Wolfram zum 1. – Wolfram als Gold: Neue Fälschungen aufgetaucht

Nachdem bereits 2009 Goldfälschungen mit Wolfram aufgetaucht sind, gibt es jetzt neue Fälle: In Großbritannien ist ein Wolfram-Goldbarren entdeckt worden. Aktuelle Schätzungen der Goldhändler-Gemeinschaft gehen davon aus, dass bis zu einer Million Goldbarren einen falschen Kern haben. Wurde der Goldinhalt von Fort Knox ebenfalls durch Wolfram „ausgehärtet“?

Die Verdachtsmomente, dass Goldbarren mit Wolfram aufgefüllt wurden, häufen sich. Bereits 2009 berichtete Pro7 in der Sendung Galileo über gefälschte Goldbarren, deren wahrer Inhalt aus Wolfram bestand. In der Sendung äußerte sich ein Goldprüfer bei Heräus, der bei einem bestimmten Goldbarren ein „ungutes“ Gefühl hatte.

Der Barren wurde kurzerhand durchgeschnitten und siehe da: er bestand zum größten Teil aus dunkelgrauem Wolfram. Das Problem: Wolfram hat fast das gleiche spezifische Gewicht wie Gold – die Gewichtgsunterschiede sind selbst mit Präzisionswaagen praktisch nicht feststellbar. Nur im Preis sind die Untersiede groß: Wolfram kostet nur ein Bruchteil des Edelmetalls.

Ein Kubikzentimeter-Würfel eines Metals wiegt

Eisen 7,9 g
Silber 10,5 g
Blei 11,3 g
Wolfram 19,26 g
Gold 19,32 g
Platin 21,4 g
Iridium 22,4 g
Osmium 22,5 g
Osmium ist das schwerste aller Metalle.

Da in der Zwischenzeit die Wolframpreise aus unerklärlichen Gründen anzogen, machen Gerüchte die Runde, dass nun immer mehr Goldbarren eigentlich aus Wolfram bestehen.

MMnews hatte seinerzeit mit dem Prüfer bei Heräus telefoniert. Dieser reagierte ausgesprochen nervös und wollte sich nicht weiter zum Thema äußern, brach das Gespräch schließlich ab. Hatte er Angst?

Wolfram im Goldbarren. Hier der entsprechende Ausschnitt aus der TV-Doku:

Neue Fälschungen in GB

Nun ist in Großbritannien ein neuer gefälschte 1-kg-Goldbarren aufgetaucht, berichtet zerohedge und belegt den Fund mit einem eindeutigen Foto. Während in Deutschland der gefälschte Goldbarren nach Auskunft von Heräus von einer Bank stammt (Name wurde nicht genannt) ist die Herkunft der Wolframfälschung aus England bisher unklar. Der gefälschte Goldbarren ist einem Edelmetall-Händler aufgefallen. Er schnitt ihn einfach durch und siehe da: er bestand zu etwa 40% aus Wolfram.

Das schürt neue Ängste in der Goldcommunity, wieviele Goldbarren möglicherweise noch gefälscht wurden. Die Dunkelziffer könnte hoch sein, denn kaum jemand wird seine Goldbarren durchschneiden, um ihn zu überprüfen – in diesem Fall wäre er ja sein Geld los. Die Einzelfälle, die ans Licht kommen, könnten deshalb nur die Spitze eines riesigen Eisbergs sein.

Goldfälschungen unter staatlicher Aufsicht?

Wer sich in der Mineralogie auskennt, weiß natürlich, dass Wolfram sehr widerspänstig beim Schmelzprozess ist, denn das Metall aus der Chromgruppe schmilzt erst bei 3407°C. Bei dieser Temperatur hat sich Gold bereits in seine Atome verflüchtigt, und das schon bei 2940°C. Das müssen also Vollprofis sein, die erst einmal einen Wolframbarren überhaupt herstellen können. Eben mit all den Eindrücken, die ein Goldbarren bietet, nämlich mit Feingewichtsangabe, Hersteller, Material, Gewicht. Dann erst kann an einen galvanischen Überzug aus Gold gedacht werden. Das aber ist die leichteste Übung.

Nun liegt ein fraglicher Goldbarren vor Ihnen. Frage: Wie erkennen Sie die Echtheit? Da sich Wolfram in seiner Dichte nur in der Stelle hinter dem Komma von Gold unterscheidet (19,26 : 19,32), ist es zwecklos, Gewicht und Abmessungen zu prüfen.

Zuletzt verbreiteten brabbelnde Klugschwätzer hierzu viel Unfug. Sie wissen genau, wie man so einen Betrug aufdeckt, nämlich angeblich mit einem Spektrometer.

Dem Fachmann zeigt das nur: die Kenntnisse dieser allwissenden „Aufklärer“ geht gegen Null, denn die Funktionsweise eines Röntgen-Fluoreszenzspektrometers leistet keine „Tiefenanalyse“ der Metallprobe. Die Probe wird dabei z.B. durch eine Röntgenstrahlung angeregt, und zwar nur ihre Metalloberfläche mit einer Eindringtiefe von wenigen µ. Dabei wird eine sekundäre Energie frei, nämlich die abgegebene elementspezifische Fluoreszenzstrahlung.

Diese wertet ein Strahlendetektor aus. In der Praxis heißt das: ein goldüberzogener Wolframkern erhält eine Oberflächenanalyse mit dem richtigen Ergebnis 99,999 % Gold. Das kryptische Innenleben bleibt weiterhin verborgen! Diese elegante Meßmethode ist für heterogene Bimetallobjekte ungeeignet. Nur homogene Legierungen lassen sich auf ihre Komponenten analysieren.

Andere Methode: Der Härtetest könnte die Spreu vom Weizen trennen. Klar, der Härteunterschied zwischen den beiden Metallen ist extrem: Mohshärte 7,5/2,5. Aber Sie dürfen ja bei keinem Test den Barren verletzen. Halt, da gibt es ja das unterschiedliche Verhalten der beiden Metalle in einem Magnetfeld: Wolfram ist paramagnetisch, es wird von einem Magnetfeld angezogen; Gold ist diamagnetisch und wird aus einem Magnetfeld abgestoßen. In der Praxis ist dieser Test aber wenig zielführend, denn Sie brauchen schon ein sehr starkes Magnetfeld.

Zwischenfazit: Professionelle Goldfälscher haben leichtes Spiel. Der Unterschied zwischen Gold- und Wolframkern ist nur mit extrem aufwendigen Methoden analysierbar.

Wie testet man echte Goldbarren?

Welche Materialeigenschaft könnte also das Falcifikat enttarnen? Es ist die Schallgeschwindigkeit, denn der Schall breitet sich sehr unterschiedlich schnell aus, nämlich fast um Faktor drei. Au: 1740 m/s; W: 5174 m/s. aber keine Angst, Sie brauchen keine komplizierte Messung der Schallgeschwindigkeit in den Metallen vorzunehmen.

Erinnert sei nochmals an meinen einfachen entlarvenden Tip: Machen Sie einen Fingerschnipp gegen den Barren. Wegen der schnelleren Schallausbreitung, antwortet das Falsifikat mit Pling, der Goldbarren mit Plong!

Das ist aber keine Hexenkunst, denn Wolfram antwortet darauf mit einem wesentlich helleren Klang als das in sich ruhende weiche Gold. Freuen Sie sich schon darauf, wenn man Ihnen bald einen vergoldeten Wolframbarren andrehen will. Mit dieser Information sind Sie Ihrem feinen Geschäftspartner einen Fingerschnipp voraus!

Allerdings ist auch dieser Test nicht ohne weiteres von jedem Goldkäufer durchzuführen. Denn wer hat schon Erfahrung mit dem Klang des Goldes?

Stellt sich also generell die Frage: Wie groß ist die Gefahr, dass der vermeintliche Goldbarren im Kern aus Wolfram besteht? In der Tat lohnte sich für Ganoven dieses Betrugsmanöver, denn Wolfram ist einige Hundertmal preiswerter als Gold.

Offensichtlich ist das schon lang gepflegte Praxis. Ruchbar wurde es erst, als man kürzlich in Hongkong US-Goldbarren mit einer spröden Wolfram-Seele herausfischte. Entdeckt wurde der Schwindel, indem man robust versuchte, die Barren zu durchbohren.

Fort Knox aus Wolfram?

Man kolportiert, dass man schon vor Jahrzehnten den weichen Goldinhalt von Fort Knox durch Wolfram „ausgehärtet“ hätte. Beweise dafür werden zur Zeit zusammengetragen. Abermals ist die Weltgemeinschaft einem US-Schwindel aufgesessen.

So wird berichet, dass die Chinesen im Oktober 2009 eine Ladung Gold aus den USA erhielten. Nach der Lieferung ordnete die chinesische Regierung Stichproben an (im wahrsten Sinne des Wortes). Die Behörden waren schockiert, als sie feststellen mussten, dass die Goldbarren gefälscht waren und im Inneren Wolfram enthielten. Es waren Wolframbarren mit einer Goldlegierung! Herkunft: USA, Fort Knox – mit entsprechender Seriennummer und Herkunftsnachweis.

Aktuelle Schätzungen der Goldhändler-Gemeinschaft gehen davon aus, dass bis zu einer Million Goldbarren mit Wolfram „ausgehärtet“ sein könnten.

Quelle: www.mmnews.de

„Edelmetall ETFs sind sicher unsicher!“

Kurzes Vorwort!

Ich habe vor einiger Zeit einen Aufruf zum Thema Edelmetall ETFs
gestartet. In diesem habe ich versprochen, einen ausführlichen Bericht über Edelmetall ETFs zu verfassen und den immer wieder aufkeimenden Gerüchten nachzugehen, dass es selbst bei den scheinbar glaubhaft physisch hinterlegten ETFs von der Zürcher Kantonalbank und Julius Bär und zu Unregelmässigkeiten bei der Ausübung dieser Produkte gekommen ist. Ich habe zu diesem Thema sehr viele interessante und aufschlussreiche Zuschriften vor allem aus Deutschland erhalten. An dieser Stelle danke ich allen Lesern, welche mir geholfen haben, den folgenden kritischen Beitrag zu bereichern!
Einige Personen die über genügend ETFs verfügen, so dass sie dann auch in der Realität ausüben könnten – sprich das Papier gegen echtes physisches Gold oder Silber „einzutauschen“ -, haben sich anerboten, Test-Gespräche mit genannten und noch anderen Instituten durchzuführen. Dieser Beitrag geht über die gewonnenen Erkenntnisse zum genannte „Reiz-Thema“ hinaus und sollte möglichst keine Fragen mehr offen lassen, ob nun EM ETFs oder ETPs eine sinnvolle und sichere Alternative zum direkten physischen Erwerb von Edelmetallen darstellen. Das Fazit ist fair und klar aber ebenso vernichtend! Falls Sie stolzer Besitzer von Edelmetall ETFs sind und sich immer noch in Sicherheit wiegen, dass Sie „jederzeit“ an das versprochene physische Gold oder Silber rankommen, nehmen Sie sich die Zeit und lesen weiter. Ich war früher selbst ein recht kreativer „Verpackungskünstler“ im Bereich strukturierter Finanzprodukte und erlaube mir deshalb, über dieses Thema eine starke Meinung abzugeben.

Viel Spass bei der Lektüre
Oliver Disler alias silberguru

ÜBERBLICK
Das Finanzsystem steht seit geraumer Zeit unter Dauerstress. Die Hauptthemen sind die EU-Schuldenkrise, die zum Teil bedrohlich unterkapitalisierten europäischen Bankinstitute und die unkontrollierte Schuldenpolitik hauptsächlich westlicher Staaten schlechthin. Themen welche dieses Jahr die Finanzmärkte zusätzlich belasten werden, sind eine mögliche Immobilienkrise in China, die Abschwächung der Konjunktur in den USA und Europa sowie zunehmende geopolitische Spannungen wegen Syrien und das unüberhörbare Säbelrasseln in dem künstlich inszenierten Konflikt zwischen Israel und Iran.
In Brüssel herrscht weiterhin Uneinigkeit über das weitere Vorgehen wie man die Schuldenkrise effektiv in Griff bekommt. Zwar dürfte nun „das Griechland-Debakel“ für einige Tage oder Wochen vom Tisch sein, aber es wird von verschiedenen Seiten verdächtig zu offen über das mögliche Auseinanderbrechen des EURO’s debattiert. Ebenfalls verdächtig ist der Finanzminister Portugal’s, der am Tag der Griechenland-Rettung „Version 2.0“ überdeutlich betont, dass Portugal DEFINTIV KEINE weitere Unterstützung bei ihrer Überschuldung benötigten. Das sollte jedem vor Angst die Schweissperlen auf die Stirne treiben, denn solche ähnliche Worte posaunten vor rund 2 Jahren auch von der Akropolis her. Das zweite hirnrissige Griechenland-Rettungspaket ist zwar in den Tüchern aber „der Markt“ und Politiker diskutieren bereits über das unvermeidbare dritte Paket. Die Lösungsansätze der EU-Schuldenkrise verkommen je länger desto mehr zu einer Farce. Es werden laufend neue schnittige Abkürzungen (ESM, EFSF, LTRO usw.) für Rettungsversuche kreiert und das Quantitative Easing (vielleicht bald QE 3.0?) vom Helikopter-Ben-Bernanke, klingt schon fast langweilig und vertraut. Auffälligerweise hört man aus den USA fast gar nichts mehr, das hat aber eher mit den gut kontrollierten Massenmedien zu tun. Diese Politik des Chaos und leihenhafte Art des Krisenmanagements hat System. Es blickt unterdessen kaum jemand noch wirklich durch (und das soll auch keiner) und defintiv nicht die Politiker, welche sich vordergründig so rührend um unser aller Wohlergehen bemühen und sorgen!

Wirklich gute, solide und vernünftige Lösungen der vielen und sehr akkuten Probleme sind nicht in Griffnähe. Wie auch? Denn was die unvernünftige (Geld)-Politik der letzten 40 bis 50 Jahre ausgelöst, verbockt und verursacht hat, kann nicht mehr in wenigen Wochen oder Monaten mit immer noch mehr bald wertlosem Papiergeld gerichtet werden! Das zuviele Papiergeld zerstört auf absehbare Sicht nicht nur mit Sicherheit das aktuelle Finanz- und Währungssystem, sondern fördert schon seit Jahrzehnten die Bevölkerungsexplosion und damit direkt verbundenden den übermässigen Konsum mit seinen ganzen Auswirkungen auf die Menschen und Mutter Erde. Es verlangt jedes Jahr nach mehr Erdöl, anderen Energieträgern und Rohstoffen! Einfach gesagt ist damit das zuviel „produziert“ Papiergeld der primäre Umweltverschmutzer Nummer 1! Es ist unterdessen ein offenes Geheimnis und man muss kein Wirtschafts- oder Finanzexperte sein um zu wissen, dass das so schlichtweg nicht mehr lange gut geht. Es weiss oder fühlt unterdessen (je)der einfache Bürger „auf der Strasse“ und sogar Banker!

DIE FINANZMÄRKTE
Der EURO versus Dollar stürzte gleich zu Jahresbeginn unter die Marke von 1.30 und rappelte sich danach wieder knapp auf 1.35. Seit dem Griechenland-Rettungspaket V 2.0 ist er jedoch wieder auf Talfahrt. Immer wenn es im Finanzmarkt potentiell „Stress“ (zum Bsp.: Scheitern des GR-Rettungspaketes) geben könnte, müssen der Gold- und Silberpreis fallen. So geschehen letzte Woche. Der Goldpreis „musste“ innerhalb weniger Stunden um rund 100 US Dollar fallen und der Silberpreis verlor knapp 10%. Da es in letzter Zeit ziemlich viel Stress gab, liegen beide Edelmetalle immer noch deutlich unter ihren Höchstkursen. Viele Aktienmärkte verzeichneten seit Jahresbeginn beachtliche Kursgewinne. Der DAX liebäugelt immer noch mit der 7’000er-Marke, der S&P 500 handelt bei 1’370 Punkten und hat sich somit seit dem Tief im Frühling 2009 (666 Punkte) mehr als verdoppelt. Der Nasdaq-Index vermochte die Höchstkurse aus dem Jahr 2000 zu egalisieren! Die Weltmarktkapitalisierung der Dividendenpapiere beträgt rund 55 Billionen US Dollar. In Anleihen sind ungefähr drei Mal mehr investiert, also etwa 165 Billionen.

Quelle: Mapping global capital markets 2011 (pdf-doc)
(Diese Graphik bezieht sich zwar auf die Gesamtmarktkapitalisierung per Ende 2010, da sich jedoch viele Märkte per Ende 2011 in etwa auf gleichem Niveau bewegten ergeben sich für 2011 nur geringfügige Veränderungen.)

Wenn es darum geht, Sparern und Anlegern „zu helfen“ einen Teil ihres Vermögens „sinnvoll“ anzulegen, entwickelte die Finanzindustrie über die Jahre immer kreativere Lösungen. In den letzten 40 Jahren feierten Finanzprodukte den ganz grossen Höhenflug. Ob simple klassische Anlagefonds, schnittige Hedgefunds, unüberschaubare Massen von Zertifikaten, hochspekulative Optionsscheine; jeder Anlegerwunsch sollte erfüllt werden. Je nach Komplexität und damit verbunden der mehr oder weniger gegebenen Transparenz der Produkte und dem Einfallsreichtum der herausgebenden Institute wurden und werden immer noch stattliche Gebühren in diese Finanzvehikel eingebaut. Spätestens seit dem „Fall Lehman Brothers“ ist aber der Appetit bei den meisten Investoren verständlicherweise nicht mehr so ausgeprägt. Die Hedgefonds-Industrie katert schon viele Jahre vor sich hin und auch werden heute deutlich weniger strukturierte Finanzprodukte abgesetzt als vor Ausbruch der Krise.

ETFs und ETPs
Aber wie damals die Gallier im römischen Reich widersetzt sich eine Produktekategorie dem allgemeinen negativen Trend in den meisten Bereichen der Bankindustrie. Es sind die sogenannten Exchange-Traded-Funds (ETFs) und Exchange-Traded-Products (ETPs). Der erste ETF wurde ziemlich genau vor 22 Jahren am 9. März 1990 an der Toronto Stock Exchange zum Handel angeboten: Der Toronto 35 Index Participation Fund (TIPs), welcher den TSX 35 Index abbildet(e).
Wie der Name schon sagt sind „Exchange Traded Funds“ und ETPs an einer Börsen zum Handel zugelassen. Das ist bei vielen klassischen Anlagefonds nicht der Fall. Durch ein Börsenlisting wird in der Regel die Transparenz erhöht. Ein erheblicher Vorteil gegenüber Anlagefonds oder Zertifikaten sind, Liquidität und Kosten. Bei einem ETF fallen durchschnittlich 0.3% Gebühren an, bei Anlagefonds rund 1% und bei strukturierten Produkten bewegen sich die „Fees“ je nach Produkt zwischen 0.5% bis unethisch. Wie aus der untenstehenden Graphik zu entnehmen ist, erlebte diese Finanzprodukte-Kategorie einen kometenhaften Mittelzufluss. Waren vor 10 Jahren noch „gerade einmal“ 146 Milliarden in ETFs/ETPs investiert, wurde per Jahresende die Marke von 1.5 Billionen US Dollar überschritten. Es gibt über 140 Anbieter, mehr als 6’000 Produkte und diese sind an etwa 50 verschiedenen Börsenplätzen gelistet. Das Wachstum betrug die letzten Jahre rund 50% und Fachspezialisten gehen davon aus, dass Ende 2012 die 2 Billionengrenze geknackt wird. Die Produktevielefalt ist gross und es gibt praktisch für jede Anlagekategorie, jedem Thema einen entspreschenden ETF.

Quelle: BLACKROCK.COM – ETF Landscape – Industry Review

ETFs/ETPs AUF EDELMETALLE
Etwas mehr als 200 Milliarden US Dollar sind in Rohstoff-ETFs/ETPs investiert und davon 150 Milliarden (oder über 200 Produkte) auf die edlen Metalle, Gold Silber, Platin und Palladium. Fasst man sämtliches Edelmetall-ETF-Volumen zusammen (150 Mia.), dann entspricht das bei aktuellem Goldpreis rund 87 Millionen Unzen oder 2’710 Tonnen Gold. Das ist ziemlich genau die Menge Gold, welche letztes Jahr neu aus der Erdkruste ans Tageslicht gefördert wurde.
Einige der ETFs/ETPs auf Edelmetalle unterscheiden sich von praktisch allen anderen „Papiergeld“-Produkten in einem wesentlichen Punkt. Sie bilden nicht einfach nur den Kurs von Gold oder Silber in US Dollar, EURO oder CHF ab, sondern einige der Produkte bieten die Möglichkeit (zumindest auf dem Papier), diese „auszuüben“, sprich in physisches Metall umzutauschen. Damit ein Anbieter von Edelmetall-ETFs dieses Versprechen auch einlösen kann, ist er grundsätzlich verpflichtet, das gesamte ETF-Volumen mit genügend Metallen „zu hedgen“, d.h. entsprechend genügend physisch Gold oder Silber zu kaufen. Da es auf Edelmetalle über 200 ETFs/ETPs gibt und auch jedes Produkt eigene Spezifikation hat, würde es den Rahmen sprengen, auf jedes einzelne einzugehen. Daher einige Worte zu den grössten und bekanntesten Edelmetall-ETFs. Die 10 grössten EM-ETFs vereinen ein Volumen von rund 120 Milliarden US Dollar oder rund 80% aller EM-ETFs.

Quelle: BLACKROCK.COM – ETF Landscape – Industry Review

HÄNDE WEG VON DIESEN „TOXISCHEN“ ETFs
Der erste ETF auf Gold wurde im November 2004 lanciert und trägt den Namen SPDR Gold Shares (SPDR steht für Standard and Poor’s Financial Services LLC). Er wird in Fachkreisen auch „Spyders“/“Spider“ oder eben wie sein Börsensymbol an der New York Stockexchange genannt: GLD. Es ist mit grossem Abstand der grösste ETF auf Gold mit einem Fondsvolumen von über 70 Milliarden US Dollar (50% sämtlicher EM-ETFs). Noch grösser als das Fondvolumen ist mein Unverständnis „für diesen Erfolg“. Die Manager oder wohl besser die Drahtzieher hinter diesem Fonds sind zwei vertrauensUNwürdige systemrelevante Bankinstitute; nämlich die HSBC und JP Morgan Chase! Vordergründig bietet dieser ETF grundsätzlich die Möglichkeit das Papier in Gold umzutauschen, aber selbst Juristen beissen sich die Zähne an Produkte-Prospekt aus. Der „GLD“ ist regelmässig in den Negativschlagzeilen. Der „GLD“ kann auch leerverkauft werden und pfeiffen schon seit geraumer Zeit die Spatzen von den Dächern, dass dieses anglosaxische Fehlprodukt auch für Goldpreis-Manipulationen eingesetzt wird. Im Gegensatz zu den EM-ETFs, welche Julius Bär oder ZKB anbieten und als gesonderte Vermögen ausserhalb der Bilanz geführt werden, kennen die Amerikaner diesen Begriff gar nicht einmal. Ausserdem liegt das Gold (vielleicht noch) in London oder New York und im „Notfall“ (Banking Holidays, Notstandsrecht etc.) kommt man sowieso nicht mehr an das Gold ran. Das bisschen Gold was möglicherweise hinterlegt sein sollte, entspricht nicht höchster Qualität (Feinheit 999.9) und da die USA wohl das erste Land ist, welches ein Gold-(Besitz)-Verbot einführt, kann ich nur raten: HÄNDE WEG VOM GLD!

Gleiche und ähnliche Argumente stehen für folgende Produkte:

ishares Gold Trust (Volumen USD 10 Mia.)
ETF Gold Bullion Securities (Volumen USD 8 Mia.)

Auf die Liste der dunkelschwarzen Schafe bei den ETFs auf Silber gehört der:
ishares Silver Trust auch „SLV“ genannt (Volumen knapp USD 11 Mia.)

Auch dieser ETF steht stark im Verdacht, dass er nicht wirklich nur zu Anlagezwecken dient, sondern wenn „nötig“ dazu missbraucht wird, den Silberpreis zu drücken. Auch dürfte – wenn überhaupt – nur ein Bruchteil von dem Silber effektiv physisch vorhanden sein. Generell gesagt sind sämtliche ETFs auf Edelmetalle zu meiden, welche von anglosäxischen Finanzinstituten angeboten werden.

GERÜCHTEKÜCHE um EDELMETALL-ETFs der ZKB und Julius Bär
Zuerst einmal die einzige gute Nachricht: Edelmetall ETFs von der Zürcher Kantonalbank und Julius Bär sind tatsächlich zu 100% mit physisch Gold oder Silber hinterlegt. Das ist aber im Zusammenhang mit Edelmetall-ETFs auch die einzige frohe Botschaft, welche zu verkünden ist!
Wie schon im Vorwort angetönt, haben sich auf den Aufruf einige Anleger bei mir gemeldet. Was haben also die vielen Gespräche bezüglich Ausübung dieser Produkte ergeben? Eigentlich ganz einfach. Schweizer Kunden haben fast keine Probleme und NOCH nichts zu befürchten. Ganz anders sieht aber aus, wenn ein Deutscher Kunde oder Bürger aus einem anderen EU-Land oder noch schlimmer aus Grossbritannien oder den USA die gleichen Absichten hat. Was ist also genau das Problem?
Die wirklichen Gründe warum genannte Schweizer Banken sich winden, Ausreden bereithalten, die Ausübung verzögern oder (ohne gültige Rechtsgrundlage) gar ganz verweigern und sich vielleicht auch zu Recht davor fürchten oder zumindest vorbereiten, sind die schwellenden Steuerstreitereien zwischen der Schweiz, den USA, Deutschland etc.. Einige Kundenberater haben im Gespräch genau in diese Richtung argumentiert.
Vor einiger Zeit wurden einige Schweizer Bankinstitute bereits vorsichtiger mit grösseren Bargeldauszahlungen an die ausländische Kundschaft und dass man nun bei der Ausübung von Edelmetall ETFs nachzieht, ist eigentlich nur die logische Folge. Sobald ein Kunde einen EM-ETF ausgeübt und das edle Metall in den Händen hält, kann er es horten und jederzeit wieder in Bargeld umwandeln. Dieses Geld könnte aber so dem Fiskus entgehen und das passt vielen Finanzministern nicht, weil die Kassen eh schon ziemlich leer sind. So sicher wie das Amen in der Kirche oder der Tod wird entweder Brüssel oder die US-Steuerbeörde (IRS) der CH-Banken-Industrie vorwerfen, dass über EM-ETFs aktiv Steuerhinterziehung angeboten wurde!
Schweizer Banken fahren offiziell neu die Weissgeld-Strategie und der ausländische Bürger (auch Schweizer), welcher die Mittelherkunft seines Geldes nicht genau belegen kann, wird ohne Konto-Eröffnung wieder weggeschickt. Zu verdanken haben wir diese Entwicklungen unseren lieben, angepassten und beugsamen Politikern in Bern. Egal aus welchem Land die Drohgebärden herkommen, die Politiker streuben sich zwar zuerst ein bisschen und dann wird eingelenkt, Kundendaten werden geliefert, die Banken zahlen Bussen. Die Souveränität der Schweiz wird so häppchenweise zerstört. Unsere Politiker sind ein unorganisierter, orientierungsloser Haufen von opportunistischen Systemlingen!

Weitere Gründe warum EM ETFs sicher unsicher sind

DOKUMENTATIONS-RISIKO: Zu jedem ETF müssen sehr detaillierte Prospekte verfasst werden. Oftmals stimmen die hochglänzenden Verkaufsbroschüren mit den Prospekten nicht überein, oder der Kunde wurde nicht oder nur teilweise richtig über das Produkt und die damit verbundenen Risiken informiert. Prospekte werden auf Papier geschrieben und „das ist geduldig“. Regeln und Produktespezifikationen können sehr schnell, meistens ohne Begründung oder Rechtsgrundlage abgeändert werden.

GEGENPARTEI-, AUSÜBUNGS UND LIEFER-RISIKO: Edelmetall ETFs werden von Finanzinstituten begeben. Anleger erwerben unter anderem deswegen Edelmetalle, damit sie im Falle eines Zusammenbruchs des Finanzsystems zummindest teilweise „finanziell“ abgesichert sind. Sollte das System wirklich einmal für einige oder gar längere Zeit „zusammenbrechen“, dann bleibt nicht mehr genügend Zeit die ETFs zu veräussern oder auszuüben. Kommt es im Finanzsystem zu „Irritationen“, nimmt das aber ein wichtiger Aspekt ist eben auch das Liefer-Risiko. Besitzer von GLD, SLV und Co. werden wie schon geschrieben aus verschiedenen Gründen leer ausgehen, aber gerade bei diesen Produkten ist das Liefer-Risiko sehr hoch und es ist davon auszugehen, dass man früher oder später maximal ein lächerliche Barabgeltung in wertlosen US Dollar’s erhält.

AUSÜBUNGSMENGE: Bei vielen Edelmetall-ETFs, beträgt die Minimums-Ausübungsmenge 1 Standardbarren. Beim Gold entspricht ein Standardbarren rund 400 Unzen (12.5 KG) und beim Silber 1’000 Unzen (31.1 KG). Auch wenn ein vermögender Privatinvestor diese Beträge stemmen mag, ist die Stückelung (im Krisenfall) deutlich zu hoch. Auf Sonderwünsche gehen die Finanzinstitute ungern ein und man ist auch in diesem Fall der Willkür ausgeliefert. Bessere Stückelungen sind Münzen auf Gold UND Silber. (Werbung: eine interessante Palette an Gold- und Silbermünzen finden sie bei einem meiner Partner der „Finemetal AG“)

POLITISCHE RISIKEN: Die Begehrlichkeiten der Politiker und Finanzminister nehmen täglich zu und Edelmetalle sind der Elite sowieso ein Dorn im Auge. Wie sich im Falle der ETF der ZKB und Julius Bär unschwer festzustellen, haben das Unvermögen und (fehlerhafte) politische Entscheidungen direkten Einfluss auch auf Edelmetall ETFs. Diese sind von keinem Bürger zu unterschätzen.

STAATLICHE SONDERRECHTE / GOLDVERBOT: Es muss eigentlich immer damit gerechnet werden, dass Staaten Sonderrechte erlassen oder im schlimmsten Fall kriegerischer Ereignisse das Notstands- oder Kriegsrecht ausrufen. In der jüngeren Geschichte hat das in einigen Staaten dazugeführt, dass der private Erwerb oder Goldbesitz stark eingeschränkt oder gar unter Todesstrafe verboten wurde. Wer in Edelmetall ETFs investiert hat oder immer noch ist, gibt damit auch einen Teil seiner Privatsphäre und Anonymität. Zwar wurde in vielen Ländern der Erwerb von Edelmetallen gegen Bargeld bereits deutlich eingeschränkt (z.B. USA, Frankreich etc.), aber doch sollte man besser diesen Weg gehen und die Metalle bei verschiedenen Anbietern gegen Barzahlung oder häppchenweise mal hier mal dort erwerben (so langs no het!)

FAZIT: Auch wenn die ETFs auf Edelmetalle der CH Bankinstitute effektiv und zu 100% physisch hinterlegt sind, stellen diese Finanzvehikel für ausländische Kunden, welche zu einem späteren Zeitpunkt „ausüben“ und die Metalle physisch beziehen möchten, KEINE SICHERE ANLAGEALTERNATIVE MEHR zum direkten und sofortigen Erwerb physischer Edelmetalle dar. Die Regeln bei Papiergeld-Produkten können von jedem Institut oder Regierung „über Nacht“ auch ohne gültige Rechtsgrundglage willkürlich geändert oder für nichtig erklärt werden. Auch Schweizer Kunden sollten sich besser heute schon überlegen, diese Produkte zu veräussern und die Metalle sofort zu beziehen. Fall „Wegelin/Notenstein“ lässt grüssen!

Herzliche Grüsse
silberguru.ch