„Edelmetall ETFs sind sicher unsicher!“

Kurzes Vorwort!

Ich habe vor einiger Zeit einen Aufruf zum Thema Edelmetall ETFs
gestartet. In diesem habe ich versprochen, einen ausführlichen Bericht über Edelmetall ETFs zu verfassen und den immer wieder aufkeimenden Gerüchten nachzugehen, dass es selbst bei den scheinbar glaubhaft physisch hinterlegten ETFs von der Zürcher Kantonalbank und Julius Bär und zu Unregelmässigkeiten bei der Ausübung dieser Produkte gekommen ist. Ich habe zu diesem Thema sehr viele interessante und aufschlussreiche Zuschriften vor allem aus Deutschland erhalten. An dieser Stelle danke ich allen Lesern, welche mir geholfen haben, den folgenden kritischen Beitrag zu bereichern!
Einige Personen die über genügend ETFs verfügen, so dass sie dann auch in der Realität ausüben könnten – sprich das Papier gegen echtes physisches Gold oder Silber „einzutauschen“ -, haben sich anerboten, Test-Gespräche mit genannten und noch anderen Instituten durchzuführen. Dieser Beitrag geht über die gewonnenen Erkenntnisse zum genannte „Reiz-Thema“ hinaus und sollte möglichst keine Fragen mehr offen lassen, ob nun EM ETFs oder ETPs eine sinnvolle und sichere Alternative zum direkten physischen Erwerb von Edelmetallen darstellen. Das Fazit ist fair und klar aber ebenso vernichtend! Falls Sie stolzer Besitzer von Edelmetall ETFs sind und sich immer noch in Sicherheit wiegen, dass Sie „jederzeit“ an das versprochene physische Gold oder Silber rankommen, nehmen Sie sich die Zeit und lesen weiter. Ich war früher selbst ein recht kreativer „Verpackungskünstler“ im Bereich strukturierter Finanzprodukte und erlaube mir deshalb, über dieses Thema eine starke Meinung abzugeben.

Viel Spass bei der Lektüre
Oliver Disler alias silberguru

ÜBERBLICK
Das Finanzsystem steht seit geraumer Zeit unter Dauerstress. Die Hauptthemen sind die EU-Schuldenkrise, die zum Teil bedrohlich unterkapitalisierten europäischen Bankinstitute und die unkontrollierte Schuldenpolitik hauptsächlich westlicher Staaten schlechthin. Themen welche dieses Jahr die Finanzmärkte zusätzlich belasten werden, sind eine mögliche Immobilienkrise in China, die Abschwächung der Konjunktur in den USA und Europa sowie zunehmende geopolitische Spannungen wegen Syrien und das unüberhörbare Säbelrasseln in dem künstlich inszenierten Konflikt zwischen Israel und Iran.
In Brüssel herrscht weiterhin Uneinigkeit über das weitere Vorgehen wie man die Schuldenkrise effektiv in Griff bekommt. Zwar dürfte nun „das Griechland-Debakel“ für einige Tage oder Wochen vom Tisch sein, aber es wird von verschiedenen Seiten verdächtig zu offen über das mögliche Auseinanderbrechen des EURO’s debattiert. Ebenfalls verdächtig ist der Finanzminister Portugal’s, der am Tag der Griechenland-Rettung „Version 2.0“ überdeutlich betont, dass Portugal DEFINTIV KEINE weitere Unterstützung bei ihrer Überschuldung benötigten. Das sollte jedem vor Angst die Schweissperlen auf die Stirne treiben, denn solche ähnliche Worte posaunten vor rund 2 Jahren auch von der Akropolis her. Das zweite hirnrissige Griechenland-Rettungspaket ist zwar in den Tüchern aber „der Markt“ und Politiker diskutieren bereits über das unvermeidbare dritte Paket. Die Lösungsansätze der EU-Schuldenkrise verkommen je länger desto mehr zu einer Farce. Es werden laufend neue schnittige Abkürzungen (ESM, EFSF, LTRO usw.) für Rettungsversuche kreiert und das Quantitative Easing (vielleicht bald QE 3.0?) vom Helikopter-Ben-Bernanke, klingt schon fast langweilig und vertraut. Auffälligerweise hört man aus den USA fast gar nichts mehr, das hat aber eher mit den gut kontrollierten Massenmedien zu tun. Diese Politik des Chaos und leihenhafte Art des Krisenmanagements hat System. Es blickt unterdessen kaum jemand noch wirklich durch (und das soll auch keiner) und defintiv nicht die Politiker, welche sich vordergründig so rührend um unser aller Wohlergehen bemühen und sorgen!

Wirklich gute, solide und vernünftige Lösungen der vielen und sehr akkuten Probleme sind nicht in Griffnähe. Wie auch? Denn was die unvernünftige (Geld)-Politik der letzten 40 bis 50 Jahre ausgelöst, verbockt und verursacht hat, kann nicht mehr in wenigen Wochen oder Monaten mit immer noch mehr bald wertlosem Papiergeld gerichtet werden! Das zuviele Papiergeld zerstört auf absehbare Sicht nicht nur mit Sicherheit das aktuelle Finanz- und Währungssystem, sondern fördert schon seit Jahrzehnten die Bevölkerungsexplosion und damit direkt verbundenden den übermässigen Konsum mit seinen ganzen Auswirkungen auf die Menschen und Mutter Erde. Es verlangt jedes Jahr nach mehr Erdöl, anderen Energieträgern und Rohstoffen! Einfach gesagt ist damit das zuviel „produziert“ Papiergeld der primäre Umweltverschmutzer Nummer 1! Es ist unterdessen ein offenes Geheimnis und man muss kein Wirtschafts- oder Finanzexperte sein um zu wissen, dass das so schlichtweg nicht mehr lange gut geht. Es weiss oder fühlt unterdessen (je)der einfache Bürger „auf der Strasse“ und sogar Banker!

DIE FINANZMÄRKTE
Der EURO versus Dollar stürzte gleich zu Jahresbeginn unter die Marke von 1.30 und rappelte sich danach wieder knapp auf 1.35. Seit dem Griechenland-Rettungspaket V 2.0 ist er jedoch wieder auf Talfahrt. Immer wenn es im Finanzmarkt potentiell „Stress“ (zum Bsp.: Scheitern des GR-Rettungspaketes) geben könnte, müssen der Gold- und Silberpreis fallen. So geschehen letzte Woche. Der Goldpreis „musste“ innerhalb weniger Stunden um rund 100 US Dollar fallen und der Silberpreis verlor knapp 10%. Da es in letzter Zeit ziemlich viel Stress gab, liegen beide Edelmetalle immer noch deutlich unter ihren Höchstkursen. Viele Aktienmärkte verzeichneten seit Jahresbeginn beachtliche Kursgewinne. Der DAX liebäugelt immer noch mit der 7’000er-Marke, der S&P 500 handelt bei 1’370 Punkten und hat sich somit seit dem Tief im Frühling 2009 (666 Punkte) mehr als verdoppelt. Der Nasdaq-Index vermochte die Höchstkurse aus dem Jahr 2000 zu egalisieren! Die Weltmarktkapitalisierung der Dividendenpapiere beträgt rund 55 Billionen US Dollar. In Anleihen sind ungefähr drei Mal mehr investiert, also etwa 165 Billionen.

Quelle: Mapping global capital markets 2011 (pdf-doc)
(Diese Graphik bezieht sich zwar auf die Gesamtmarktkapitalisierung per Ende 2010, da sich jedoch viele Märkte per Ende 2011 in etwa auf gleichem Niveau bewegten ergeben sich für 2011 nur geringfügige Veränderungen.)

Wenn es darum geht, Sparern und Anlegern „zu helfen“ einen Teil ihres Vermögens „sinnvoll“ anzulegen, entwickelte die Finanzindustrie über die Jahre immer kreativere Lösungen. In den letzten 40 Jahren feierten Finanzprodukte den ganz grossen Höhenflug. Ob simple klassische Anlagefonds, schnittige Hedgefunds, unüberschaubare Massen von Zertifikaten, hochspekulative Optionsscheine; jeder Anlegerwunsch sollte erfüllt werden. Je nach Komplexität und damit verbunden der mehr oder weniger gegebenen Transparenz der Produkte und dem Einfallsreichtum der herausgebenden Institute wurden und werden immer noch stattliche Gebühren in diese Finanzvehikel eingebaut. Spätestens seit dem „Fall Lehman Brothers“ ist aber der Appetit bei den meisten Investoren verständlicherweise nicht mehr so ausgeprägt. Die Hedgefonds-Industrie katert schon viele Jahre vor sich hin und auch werden heute deutlich weniger strukturierte Finanzprodukte abgesetzt als vor Ausbruch der Krise.

ETFs und ETPs
Aber wie damals die Gallier im römischen Reich widersetzt sich eine Produktekategorie dem allgemeinen negativen Trend in den meisten Bereichen der Bankindustrie. Es sind die sogenannten Exchange-Traded-Funds (ETFs) und Exchange-Traded-Products (ETPs). Der erste ETF wurde ziemlich genau vor 22 Jahren am 9. März 1990 an der Toronto Stock Exchange zum Handel angeboten: Der Toronto 35 Index Participation Fund (TIPs), welcher den TSX 35 Index abbildet(e).
Wie der Name schon sagt sind „Exchange Traded Funds“ und ETPs an einer Börsen zum Handel zugelassen. Das ist bei vielen klassischen Anlagefonds nicht der Fall. Durch ein Börsenlisting wird in der Regel die Transparenz erhöht. Ein erheblicher Vorteil gegenüber Anlagefonds oder Zertifikaten sind, Liquidität und Kosten. Bei einem ETF fallen durchschnittlich 0.3% Gebühren an, bei Anlagefonds rund 1% und bei strukturierten Produkten bewegen sich die „Fees“ je nach Produkt zwischen 0.5% bis unethisch. Wie aus der untenstehenden Graphik zu entnehmen ist, erlebte diese Finanzprodukte-Kategorie einen kometenhaften Mittelzufluss. Waren vor 10 Jahren noch „gerade einmal“ 146 Milliarden in ETFs/ETPs investiert, wurde per Jahresende die Marke von 1.5 Billionen US Dollar überschritten. Es gibt über 140 Anbieter, mehr als 6’000 Produkte und diese sind an etwa 50 verschiedenen Börsenplätzen gelistet. Das Wachstum betrug die letzten Jahre rund 50% und Fachspezialisten gehen davon aus, dass Ende 2012 die 2 Billionengrenze geknackt wird. Die Produktevielefalt ist gross und es gibt praktisch für jede Anlagekategorie, jedem Thema einen entspreschenden ETF.

Quelle: BLACKROCK.COM – ETF Landscape – Industry Review

ETFs/ETPs AUF EDELMETALLE
Etwas mehr als 200 Milliarden US Dollar sind in Rohstoff-ETFs/ETPs investiert und davon 150 Milliarden (oder über 200 Produkte) auf die edlen Metalle, Gold Silber, Platin und Palladium. Fasst man sämtliches Edelmetall-ETF-Volumen zusammen (150 Mia.), dann entspricht das bei aktuellem Goldpreis rund 87 Millionen Unzen oder 2’710 Tonnen Gold. Das ist ziemlich genau die Menge Gold, welche letztes Jahr neu aus der Erdkruste ans Tageslicht gefördert wurde.
Einige der ETFs/ETPs auf Edelmetalle unterscheiden sich von praktisch allen anderen „Papiergeld“-Produkten in einem wesentlichen Punkt. Sie bilden nicht einfach nur den Kurs von Gold oder Silber in US Dollar, EURO oder CHF ab, sondern einige der Produkte bieten die Möglichkeit (zumindest auf dem Papier), diese „auszuüben“, sprich in physisches Metall umzutauschen. Damit ein Anbieter von Edelmetall-ETFs dieses Versprechen auch einlösen kann, ist er grundsätzlich verpflichtet, das gesamte ETF-Volumen mit genügend Metallen „zu hedgen“, d.h. entsprechend genügend physisch Gold oder Silber zu kaufen. Da es auf Edelmetalle über 200 ETFs/ETPs gibt und auch jedes Produkt eigene Spezifikation hat, würde es den Rahmen sprengen, auf jedes einzelne einzugehen. Daher einige Worte zu den grössten und bekanntesten Edelmetall-ETFs. Die 10 grössten EM-ETFs vereinen ein Volumen von rund 120 Milliarden US Dollar oder rund 80% aller EM-ETFs.

Quelle: BLACKROCK.COM – ETF Landscape – Industry Review

HÄNDE WEG VON DIESEN „TOXISCHEN“ ETFs
Der erste ETF auf Gold wurde im November 2004 lanciert und trägt den Namen SPDR Gold Shares (SPDR steht für Standard and Poor’s Financial Services LLC). Er wird in Fachkreisen auch „Spyders“/“Spider“ oder eben wie sein Börsensymbol an der New York Stockexchange genannt: GLD. Es ist mit grossem Abstand der grösste ETF auf Gold mit einem Fondsvolumen von über 70 Milliarden US Dollar (50% sämtlicher EM-ETFs). Noch grösser als das Fondvolumen ist mein Unverständnis „für diesen Erfolg“. Die Manager oder wohl besser die Drahtzieher hinter diesem Fonds sind zwei vertrauensUNwürdige systemrelevante Bankinstitute; nämlich die HSBC und JP Morgan Chase! Vordergründig bietet dieser ETF grundsätzlich die Möglichkeit das Papier in Gold umzutauschen, aber selbst Juristen beissen sich die Zähne an Produkte-Prospekt aus. Der „GLD“ ist regelmässig in den Negativschlagzeilen. Der „GLD“ kann auch leerverkauft werden und pfeiffen schon seit geraumer Zeit die Spatzen von den Dächern, dass dieses anglosaxische Fehlprodukt auch für Goldpreis-Manipulationen eingesetzt wird. Im Gegensatz zu den EM-ETFs, welche Julius Bär oder ZKB anbieten und als gesonderte Vermögen ausserhalb der Bilanz geführt werden, kennen die Amerikaner diesen Begriff gar nicht einmal. Ausserdem liegt das Gold (vielleicht noch) in London oder New York und im „Notfall“ (Banking Holidays, Notstandsrecht etc.) kommt man sowieso nicht mehr an das Gold ran. Das bisschen Gold was möglicherweise hinterlegt sein sollte, entspricht nicht höchster Qualität (Feinheit 999.9) und da die USA wohl das erste Land ist, welches ein Gold-(Besitz)-Verbot einführt, kann ich nur raten: HÄNDE WEG VOM GLD!

Gleiche und ähnliche Argumente stehen für folgende Produkte:

ishares Gold Trust (Volumen USD 10 Mia.)
ETF Gold Bullion Securities (Volumen USD 8 Mia.)

Auf die Liste der dunkelschwarzen Schafe bei den ETFs auf Silber gehört der:
ishares Silver Trust auch „SLV“ genannt (Volumen knapp USD 11 Mia.)

Auch dieser ETF steht stark im Verdacht, dass er nicht wirklich nur zu Anlagezwecken dient, sondern wenn „nötig“ dazu missbraucht wird, den Silberpreis zu drücken. Auch dürfte – wenn überhaupt – nur ein Bruchteil von dem Silber effektiv physisch vorhanden sein. Generell gesagt sind sämtliche ETFs auf Edelmetalle zu meiden, welche von anglosäxischen Finanzinstituten angeboten werden.

GERÜCHTEKÜCHE um EDELMETALL-ETFs der ZKB und Julius Bär
Zuerst einmal die einzige gute Nachricht: Edelmetall ETFs von der Zürcher Kantonalbank und Julius Bär sind tatsächlich zu 100% mit physisch Gold oder Silber hinterlegt. Das ist aber im Zusammenhang mit Edelmetall-ETFs auch die einzige frohe Botschaft, welche zu verkünden ist!
Wie schon im Vorwort angetönt, haben sich auf den Aufruf einige Anleger bei mir gemeldet. Was haben also die vielen Gespräche bezüglich Ausübung dieser Produkte ergeben? Eigentlich ganz einfach. Schweizer Kunden haben fast keine Probleme und NOCH nichts zu befürchten. Ganz anders sieht aber aus, wenn ein Deutscher Kunde oder Bürger aus einem anderen EU-Land oder noch schlimmer aus Grossbritannien oder den USA die gleichen Absichten hat. Was ist also genau das Problem?
Die wirklichen Gründe warum genannte Schweizer Banken sich winden, Ausreden bereithalten, die Ausübung verzögern oder (ohne gültige Rechtsgrundlage) gar ganz verweigern und sich vielleicht auch zu Recht davor fürchten oder zumindest vorbereiten, sind die schwellenden Steuerstreitereien zwischen der Schweiz, den USA, Deutschland etc.. Einige Kundenberater haben im Gespräch genau in diese Richtung argumentiert.
Vor einiger Zeit wurden einige Schweizer Bankinstitute bereits vorsichtiger mit grösseren Bargeldauszahlungen an die ausländische Kundschaft und dass man nun bei der Ausübung von Edelmetall ETFs nachzieht, ist eigentlich nur die logische Folge. Sobald ein Kunde einen EM-ETF ausgeübt und das edle Metall in den Händen hält, kann er es horten und jederzeit wieder in Bargeld umwandeln. Dieses Geld könnte aber so dem Fiskus entgehen und das passt vielen Finanzministern nicht, weil die Kassen eh schon ziemlich leer sind. So sicher wie das Amen in der Kirche oder der Tod wird entweder Brüssel oder die US-Steuerbeörde (IRS) der CH-Banken-Industrie vorwerfen, dass über EM-ETFs aktiv Steuerhinterziehung angeboten wurde!
Schweizer Banken fahren offiziell neu die Weissgeld-Strategie und der ausländische Bürger (auch Schweizer), welcher die Mittelherkunft seines Geldes nicht genau belegen kann, wird ohne Konto-Eröffnung wieder weggeschickt. Zu verdanken haben wir diese Entwicklungen unseren lieben, angepassten und beugsamen Politikern in Bern. Egal aus welchem Land die Drohgebärden herkommen, die Politiker streuben sich zwar zuerst ein bisschen und dann wird eingelenkt, Kundendaten werden geliefert, die Banken zahlen Bussen. Die Souveränität der Schweiz wird so häppchenweise zerstört. Unsere Politiker sind ein unorganisierter, orientierungsloser Haufen von opportunistischen Systemlingen!

Weitere Gründe warum EM ETFs sicher unsicher sind

DOKUMENTATIONS-RISIKO: Zu jedem ETF müssen sehr detaillierte Prospekte verfasst werden. Oftmals stimmen die hochglänzenden Verkaufsbroschüren mit den Prospekten nicht überein, oder der Kunde wurde nicht oder nur teilweise richtig über das Produkt und die damit verbundenen Risiken informiert. Prospekte werden auf Papier geschrieben und „das ist geduldig“. Regeln und Produktespezifikationen können sehr schnell, meistens ohne Begründung oder Rechtsgrundlage abgeändert werden.

GEGENPARTEI-, AUSÜBUNGS UND LIEFER-RISIKO: Edelmetall ETFs werden von Finanzinstituten begeben. Anleger erwerben unter anderem deswegen Edelmetalle, damit sie im Falle eines Zusammenbruchs des Finanzsystems zummindest teilweise „finanziell“ abgesichert sind. Sollte das System wirklich einmal für einige oder gar längere Zeit „zusammenbrechen“, dann bleibt nicht mehr genügend Zeit die ETFs zu veräussern oder auszuüben. Kommt es im Finanzsystem zu „Irritationen“, nimmt das aber ein wichtiger Aspekt ist eben auch das Liefer-Risiko. Besitzer von GLD, SLV und Co. werden wie schon geschrieben aus verschiedenen Gründen leer ausgehen, aber gerade bei diesen Produkten ist das Liefer-Risiko sehr hoch und es ist davon auszugehen, dass man früher oder später maximal ein lächerliche Barabgeltung in wertlosen US Dollar’s erhält.

AUSÜBUNGSMENGE: Bei vielen Edelmetall-ETFs, beträgt die Minimums-Ausübungsmenge 1 Standardbarren. Beim Gold entspricht ein Standardbarren rund 400 Unzen (12.5 KG) und beim Silber 1’000 Unzen (31.1 KG). Auch wenn ein vermögender Privatinvestor diese Beträge stemmen mag, ist die Stückelung (im Krisenfall) deutlich zu hoch. Auf Sonderwünsche gehen die Finanzinstitute ungern ein und man ist auch in diesem Fall der Willkür ausgeliefert. Bessere Stückelungen sind Münzen auf Gold UND Silber. (Werbung: eine interessante Palette an Gold- und Silbermünzen finden sie bei einem meiner Partner der „Finemetal AG“)

POLITISCHE RISIKEN: Die Begehrlichkeiten der Politiker und Finanzminister nehmen täglich zu und Edelmetalle sind der Elite sowieso ein Dorn im Auge. Wie sich im Falle der ETF der ZKB und Julius Bär unschwer festzustellen, haben das Unvermögen und (fehlerhafte) politische Entscheidungen direkten Einfluss auch auf Edelmetall ETFs. Diese sind von keinem Bürger zu unterschätzen.

STAATLICHE SONDERRECHTE / GOLDVERBOT: Es muss eigentlich immer damit gerechnet werden, dass Staaten Sonderrechte erlassen oder im schlimmsten Fall kriegerischer Ereignisse das Notstands- oder Kriegsrecht ausrufen. In der jüngeren Geschichte hat das in einigen Staaten dazugeführt, dass der private Erwerb oder Goldbesitz stark eingeschränkt oder gar unter Todesstrafe verboten wurde. Wer in Edelmetall ETFs investiert hat oder immer noch ist, gibt damit auch einen Teil seiner Privatsphäre und Anonymität. Zwar wurde in vielen Ländern der Erwerb von Edelmetallen gegen Bargeld bereits deutlich eingeschränkt (z.B. USA, Frankreich etc.), aber doch sollte man besser diesen Weg gehen und die Metalle bei verschiedenen Anbietern gegen Barzahlung oder häppchenweise mal hier mal dort erwerben (so langs no het!)

FAZIT: Auch wenn die ETFs auf Edelmetalle der CH Bankinstitute effektiv und zu 100% physisch hinterlegt sind, stellen diese Finanzvehikel für ausländische Kunden, welche zu einem späteren Zeitpunkt „ausüben“ und die Metalle physisch beziehen möchten, KEINE SICHERE ANLAGEALTERNATIVE MEHR zum direkten und sofortigen Erwerb physischer Edelmetalle dar. Die Regeln bei Papiergeld-Produkten können von jedem Institut oder Regierung „über Nacht“ auch ohne gültige Rechtsgrundglage willkürlich geändert oder für nichtig erklärt werden. Auch Schweizer Kunden sollten sich besser heute schon überlegen, diese Produkte zu veräussern und die Metalle sofort zu beziehen. Fall „Wegelin/Notenstein“ lässt grüssen!

Herzliche Grüsse
silberguru.ch

Silber der KaufKraftTurbo! (Teil 1)

Bevor sie nun gleich lesen dürfen, warum ich daran festhalte, dass Silber das beste Wertaufbewahrungsmittel der nächsten Jahre ist und bleibt, (im Teil 1) ein paar Worte zur Lage der Nationen und deren Währungen. Vieles davon wissen sie sicher schon, aber für einige Leser sind die folgenden Worte vielleicht auch Neuland und stehen in der Solinger messerscharfen Art und Weise weder in der deutschen FAZ oder NZZ und der „mind-boggling“ 20 Minuten-Gratis-„Zeitung“.

PAPIERGELD

„Was haben Politiker und Papiergeld gemeinsam? Genau, beide geben ein „Versprechen“ ab und halten es auf Dauer nicht ein oder durch!“

Politiker geben unglaublich viele, scheinbar einleuchtende und bürgernahe Wahlversprechen ab, welche sie selten oder nie einhalten. Papiergeld oder Wertpapiergeld „verhält“ sich über die Dauer nicht viel anders! „Es“ gibt ein ebenso mehr oder weniger besichertes Zahlungsversprechen ab. Dieses Versprechen kann von entsprechenden Institution (Notenbanken, Banken, Regierungen, Gläubigern) quasi „über Nacht“ für ungültig erklärt werden. Spätestens seit dem Fall Lehman Brothers, sollten „alle“ Investoren wissen, dass dieses Schicksal auch Wertpapiere ereilen kann. Der Wert von Geld und dessen wahre Kaufkraft ist eigentlich sehr relativ und hat viel mehr mit „unserem“ Glauben und Vertrauen in die Wertigkeit dessen zu tun. Solange die Fehlkonstruktion „Zins“ aber nicht abgeschafft ist, steuern sämtliche Papiergeld-Experimente mehr oder weniger schnell ihrem wahren inneren Wert entgegen und der ist eine dicke fette Null! Betrachtet man allerdings die scheinbar unausweichliche globale Tiefzinspolitik, könnte man auch sagen, der „ZINS“ sei sowieso schon „abgeschafft“!

USA

Sollte man den veröffentlichten Wirtschaftszahlen glauben schenken, dann weist die US-Wirtschaft immer noch ein Wachstum auf. Es werden neue Häuser gebaut, scheinbar ab und zu auch ein paar 10’000 neue Tieflohn-Arbeitsplätze geschaffen. Das befremdet mich und finde ich ein bisschen seltsam. Über 45 Millionen US Bürger (etwa 15%) beziehen Lebensmittelkarten, sprich kein Dach über dem Kopf haben, keine Kreditkarte, kein gar nix (würden in Deutschland mehr als 12 Millionen Bürger Lebensmittelkarten beziehen, dann hätte Deutschland wohl schon längst noch nicht einmal ein Doppel-A-Rating!). In gewissen Städten fehlt schon das Papier für die Lebensmittelkarten und die Löhne für die Beamten können nicht mehr bezahlt werden. Es gibt schon hunderte mittelgrosse Städte, welche offiziell bankrott sind.

Die Wallstreet-Bankster-Gangster schmieren die Polizei, dass diese die friedlichen Occupy-Aktivisten mit Tränengas und Blendgranaten von den heiligen Hallen, des „high-freqency-tradings“, der Edelmetallpreis-Manipulationen, sonstigen „Wir kreieren heute wieder Geld aus sehr dünner Luft“-Nummern und den Länderbonitätsbestimmer-Banditen fernhalten! Gut soviel Geld kriegen diese Polizisten auch nicht, denn es bleiben immer noch knapp 100 Milliarden für Investment Banker Bonis übrig. Die USA der Weltpolizist, welcher sich so rührend und mit ganz viel geborgenem Geld um die globale Demokratisierung bemüht, aber selbst zu einem gesetzlosen totalitären Polizeistaat verkommen ist.

Ganz davon zu schweigen, dass dieses Land seit dem 11. September 2001 den Terrorismus neu definiert, ja schon fast erfunden hat und mit den eigens „formulierten“ hirnrissigen Regeln und Gesetzen die Welt und damit sehr viele unschuldige Menschen behellligt, verdächtigt, foldert und tödet (direkt und indirekt).

Eigentlich ist unterdessen jeder Erdenbürger ein potentieller Terrorist oder Steuerhinterzieher und muss erst einmal den Gegenbeweis erbringen. Die Unschuldsvermutung wurde seit dem 11. September 2001 bigstep by bigstep abgeschafft. Das Motto heisst ganz klar: totale Kontrolle und der George Orwells, lebte er noch heute, müsste man mit einem Nobelpreis für seine 100% reelen Visionen auszeichnen.

Ja, aber kein Wunder im Land der unbeschränkten Möglichkeiten ist eben mehr möglich, ganz nach dem Motto „All countries on planet earth are equal, but United States of America is more equal than others!“. Die USA, ein Land das keine wirklich produzierende Industrie mehr hat, dafür gigantische Schuldenberge, die grösste und schlagkräftigste Armee BUT „and last but not least“ den teuersten Kaffee mit der höchsten Milchkonzentration (Spässchen, lol!). Das Land mit den vielen fettleibigen Menschen, welches seit dem 2. Weltkrieg dauernd im Krieg ist. Die Vereinigten Staaten, mit einem estimierten Bankrottniveau, welches irgendwo zwischen Griechenland und Spanien angesiedelt werden müsste, wären nicht 80% der Rating-Agenturen aus demselben Land!

Eine wirklich kurze und natürlich nicht abschliessende Aufzählung, warum der Herr Bernanke wohl heute schon weiss, dass die Zinsen noch für lange Zeit gar nicht mehr steigen können oder dürfen. Müssten die Zinsen aus irgendwelchen Gründen eigentlich auf 5-6% ansteigen, dann würden die Steuereinnahmen nicht mehr reichen um alleine diese (Zinsen) zu bezahlen, geschweige denn einen einzigen Seal, Marine oder Police Officer! Ja die Finanzindustrie hat es weit gebracht. Nächstes Jahr feiert die 1-US-Dollar-Note, welche seit 100 Jahren immer noch gleich aussieht, immer noch mit dem „big-brother-is-watching-you-Auge-über-der-Pyramide“ und dem netten lateinischen Sprüchen „Novus Ordo Seclorum“, was so viel heisst wie „Neue Weltordnung“ (auf neudeutsch New World Order) vielleicht noch seinen Hundertsten Geburtstag, aber es wird wohl eher ein(e) Trauerfeier(jahr)!

Die Zahlungsversprechen der Federal Reserve – der FED „gehört“ die Privatwährung US Dollar – werden auf mittlere Frist (in den nächsten zwei Jahren) nicht mehr eingehalten werden können. Aber möglicherweise dient das süsse lateinische Sprüchen auf der 1-US-Dollar-Note über sein Fälligkeitsdatum hinaus. Eine Neue Weltordnung, das wünscht sich die Elite.

EURO(PA)

Im Sommer 2007 war der inoffizielle Start der Subprime-Debt- und Banken-Krise. Es dauerte aber doch immerhin ein gutes Jahr, bis dann mit Lehman Brothers eine systemrelevante Bank geopfert wurde. Es hätte auch Merrill Lynch treffen können. Nochmals ziemlich genau ein Jahr später, im November 2009 schwächelte der US Dollar und handelte rund um 1.53 gegenüber dem EURO. Aber dem angeschossenen US Dollar eilte zum Glück (für die USA) der Starinvestor und einer der reichsten Erdenbürger George Soros zur Hilfe und hat auf wundersame und hochintellektuelle Art & Weise entdeckt, dass mit dem Staatshaushalt in Griechenland nicht alles so kosher ist. Eigentlich eine Tatsache, welche schon vor dem EURO-Beitritt von Griechenland, aber auch im Falle von Portugal, Italien und Spanien vielen (Noten)-Bankern schon lange klar war.

Es wurde Weihnachten 2009 und weder Frau Merkel noch Herr Sarkozy wollten Probleme wahrnehmen. Die griechischen Politik haben dann gut 2 Monate beteuert: „Wir brauchen kein Geld und Hilfe von irgendjemandem!“ Angela Merkel zur gleichen Zeit mit Aussagen unterwegs, „dann sollen die halt aus dem EURO aussteigen, wir bezahlen sicher nicht!“, dann plötzlich  „Handgelenk mal Pi“-Schätzungen….Griechenland benötigt „höchstens“ € 20 Milliarden! Dieser Betrag hat sich dann auf unerklärliche Weise innerhalb von knapp zwei Jahren mehr als verzehnfacht!

Es wurde weiter rumgetrödelt und die Finanzmärkte wurden richtig nervös!Am Donnerstag den 6. Mai 2010 hat dann das Finanzestablishment reagiert und den sogenannten „flash crash“ inszeniert und damit die unschlüssigen europäischen Politiker erpresst und in die Knie gezwungen! Bei diesem „flash crash wurde der Dow Jones – bis heute auf noch unerklärliche Weise – innerhalb weniger Minuten um über 1’000 Punkte oder 10% in den Keller „fallen gelassen“.Am darauffolgenden Wochenende folgte der wundersame EURO-Rettungsschirm. Schon alleine das Wort Rettungsschirm finde ich selbst als Schweizer und somit der deutschen Sprache offiziell nicht mächtig sehr suspekt!

Spätestens nach der Concordia-Havarie sollte sich jeder EURO-Bürger lieber Rettungsboote als Rettungsschirme wünschen! Seit dem Mai 2010 ist bis heute weniger geregelt als man damals hoffte. Das Unvermögen der europäischen Politiker der zwar reelen aber trotzdem aus angelsächsischen Dunstkreisen inszenierten EURO-Krise mit klaren und effektiv vereinten Schritten entgegenzutreten, lässt erahnen, dass die Kadenz der EU-EURO-Krisen-Gipfeltreffen wohl auf einen pro Tag ansteigen könnten. Zusätzlich tobt dann noch Wirtschaftskrieg vom feinsten. Die wichtigsten Rating-Agenturen sind wie es der „Zufall“ in der Finanzgeschichte der letzten 100 Jahre wohl so wollte US-gesteuert. Es vergeht in den letzten Wochen kaum ein Tag, an dem nicht irgendein Land mit einer veränderten Bonität und damit verbunden höheren Kosten für Mittelaufnahme am nicht mehr funktionierenden Kapitalmarkt zu kämpfen hat. Deutschland, welche gut informierte und belesene Investoren unterdessen längst als „Deutschland GmbH“ der alliierten Siegermächte nach dem 2. Weltkrieg bennen, macht zwar vordergründig zögerlich jeden Blödsinn mit. Dabei steuert aber das (ge)wichtigste europäische Land mit grossen Schritten auf die gleiche Situation zu, welche vor knapp 100 Jahren zwischen der Weimarer Republik und der Auferstehung des 3. Reiches herschte. Mit ein bisschen „Glück“ werden die Deutschen Sparschafe und Milchkühe innerhalb von 100 Jahren Finanzgeschichte zum vierten Male um ihre enormen Sparguthaben gebracht. Ok, da gibt es Trost aus Griechenland. Die haben das ohne des in einigen Wochen bevorstehenden Bankrotts immerhin schon auf sechs Mal gebracht. Aber jetzt redaktioneller und historischer Sarkasmus einmal beiseite; die Lage in Europa ist äusserst prekär und viel fragiler, als in der pseudo-Fachpresse dargestellt und hat eine Attitüde erreicht, da sind wohl bald zwei EURO-Krisengipfel pro Tag angesagt und das  ESFS-ESM-Rettungsboot auf  1 oder 2 oder 4 Billionen EURO aufzublasen bringt dann auch nichts mehr. Es reichen 5-10% verunsicherte Investorenwelche Ihre Sparguthaben bei Banken abheben, vergolden oder versilbern und dann hat das europäische Bankensystem definitiv innerhalb weniger Tage fertig!!

Kleiner und unwichtiger Vergleich: Der Börsenwert von Apple entspricht demjenigen sämtlicher EU-Banken zusammengezählt und Apple hat erst noch USD 100 Milliarden Cash „in der Kasse“. Das witzige an Apple: Sie brauchen für ipod, phone, mac und Co. ziemlich viel Silber!

Diese kleine Einleitung für das sogenannte „big picture“-Verständnis! An dieser Stelle soll aber schon einmal geschrieben sein, dass es letztlich an uns, dem Volk, den vielen Erdenbürgern liegt, ob wir weiterhin bequem mit wertlosen EURO, USD, CHF usw. bezahlen wollen an dessen Wert glauben. Es liegt an uns ob wir weiterhin 3 von 4 Wochen dafür arbeiten möchten, damit Ende Monat möglichst alle Rechnungen bezahlt sind und vielleicht, veilleicht noch etwas für Spass und Seelenfrieden an wertlosem Geld übrigbleibt! Die zuviele Schulden und das liebe Geld dient leider schon seit langem nicht mehr dem Wohle der Menschheit sondern einer verschwindend kleinen sehr sehr vermögenden Elite. Und mit der Elite meine ich diejenige der industrialisierten westlichen Welt! Für diejenigen, die damals im Geschichtsunterricht als es um die französische Revolution ging, „gerade keinen Bock hatten“, sollten nachlesen, was während den 10 Jahren Revolution mit der Elite „geschehen ist oder besser gemacht wurde“.

PHYSISCH GOLD & SILBER

Wegen diesen besorgniserregenden Entwicklungen und aktuell Zuständen im Finanz- und Politsystem hat sich sogar in den Mainstream-Medien die letzten drei, vier Jahren rumgesprochen, dass physisch Gold und Silber gute Wertaufbewahrungsmittel sind und über die unmittelbar bevorstehenden heftigsten Turbulenzen und Zerwürfnissen an den Finanzmärkten, ihre Kaufkraft mindestens erhalten werden. In diesem Beitrag geht es auch um den KaufkraftERHALT aber noch viel mehr um die mögliche Vervielfachung der Kaufkraft, im speziellen beim Silber. Edelmetall-Investoren sollten sich nach der Lektüre dieses Beitrages auch nicht mehr die Frage stellen, ob der Goldpreis möglicherweise auf US Dollar 5’000 kletterte oder eine Unze Silber tatsächlich über EURO 500 ansteigen könnte. Was nützen diese Kursprognosen, wenn es die eine oder andere Währung nicht mehr gibt oder dann auf jeden Fall das Papiergeld seine Kaufkraft massiv bis ganz eingebüsst hat?

Gold und Silber entfalten dann Ihre voll Kaufkraft, wenn der EURO und der US Dollar entweder Geschichte sind oder dann allermassivste Währungsturbulenzen den Finanzmarkt zusammenbrechen lassen oder gar koordinierte „globale“ Währungsreformen durchgeführt werden. Ist sowieso eines der grossen Ziele der sogenannten Elite!

Bei meiner Recherche für diesen Artikel bin ich bei einem sehr guten Beitrag zum Thema Kaufkrafterhalt hängen geblieben. Er liefert gute Vergleiche, was man heute und damals zurück bis Salomon mit einem Stück Gold oder Silber kaufen konnte. Diese historische Betrachtungsweise wurde von www.foonds.com so gut geschrieben, dass der folgende Text in kursiver 1:1 aus dieser Quelle stammt. Ich hätte es nicht besser schreiben können!

„Kaufkrafterhalt mit Gold und Silber – Mal geht sich ein Maßanzug aus, mal nur einer von der Stange des Diskonters

Inzwischen hinlänglich bekannt ist der Vergleich, dass man sich mit einer Unze Goldes eine gute Toga, Sandalen und einen Gürtel im alten Rom kaufen konnte und dass man sich heute ebenfalls einen Anzug, Schuhe und einen Gürtel darum leisten kann. Beim Goldpreis von aktuell um die 1200 Euro darf’s sogar ein Anzug von Armani, Cerruti & Co sein, auch mit einem günstigen Maßschneider wird es sich noch ausgehen.

60er Jahre bis jetzt

Um die Jahrtausendwende, als die Unze im Tief bei rund 260 Dollar (in Euro war das damals dieselbe Größenordnung) stand, wurde die Sache allerdings schon etwas knapp und es ging sich nur mehr ein Anzug von der Stange beim Kleider-Diskonter (oder ein Ausverkaufsschnäppchen) und ein Paar preiswerter Schuhe und auch kein Etienne Aigner-Gürtel aus. Dagegen konnte man am Ende der vorigen Goldhausse, Anfang 1980, bei einem Goldpreis von 800 Dollar (der Dollar war damals 1,8 DM, also rund 0,9 Euro) und umgerechnet 720 Euro (1440 DM, 10.000 Schilling) beim damaligen Preisniveau aus dem Vollen schöpfen. Ende der 60er Jahr, vor dem Fall von Bretton-Woods, als der Dollar noch 4 DM (2 Euro) kostete, war man dagegen als Anzugkäufer noch in einer etwas prekären Situation. Für die 40 Dollar (160 DM, 80 Euro, 1100 Schilling) dürfte es auch beim Preisniveau von 1968 nur für einen Anzug und Schuhe vom Diskonter gelangt haben. Allerdings musste man sich nicht mehr lange in Bescheidenheit üben, denn der USD-Goldpreis verzwanzigfachte sich in den nächsten Jahren, wobei sich allerdings der Dollar zur DM mehr als halbierte. Bereits 1975 hatte sich Gold jedenfalls in USD vervierfacht und in DM gut verdoppelt.

1833 bis 1960

Der Goldpreis stand jedoch nicht nur Ende der 60er Jahre bei 40 Dollar, sondern bereits seit Roosevelts Goldverbot, also seit 1933, schon bei rund 35 Dollar. Was den Schluss nahe legt, dass man sich in den 30er, 40er und 50er Jahren einen recht hochwertigen Anzug leisten konnte. Blicken wir noch weiter zurück: Zwischen 1833 und 1930 stand Gold wegen des Goldstandards einzementiert bei knapp 21 Dollar, auch damit war natürlich ein Anzug-Topmodell samt Maßschuhen und Gürtel gesichert. Bemerkenswert: Es gab ein Jahrhundert lang keine Inflation, was man sich heute in Zeiten des Papiergeld-Unfugs kaum mehr vorstellen kann: Vielmehr sank das Preisniveau in diesen 100 Jahren sogar geringfügig um etwa 10%.

Deutschland um 1900

Nochmals zurück zu Deutschland: Im Jahre 1900 kostete ein Herrenanzug je nach Qualität zwischen 10 und 75 Mark (http://wiki-de.genealogy.net/ ). Eine Münze mit 3,5 Gramm Gold entsprach 10 Mark. Somit sind 10 bis 75 Mark genau 3,5 bis 26 Gramm Gold oder 1/9 bis 4/5 Unzen (entsprechend 2,3 bis 17 Dollar). Wie man sieht, bekam man also um eine Unze Gold einen extrem hochwertigen oder etliche billige Anzüge. Mit den auf obiger Website angeführten Preise (Löhne, Lebensmittel etc.) lassen sich noch viele interessante Berechnungen anstellen, indem man für eine Mark 0,35 Gramm Gold oder 1/90 Unze bzw. aktuell 18 Dollar, 13 Euro rechnet.

Silber – König Salomons Streitwägen und Kampfrösser

Kaufkrafterhaltung historisch betrachtet

Während Gold, wie wir gesehen haben, die Kaufkraft mit etlichen Auf und Ab soweit ganz gut erhalten hat, klappte dagegen der Werterhalt mit dem Silber nicht so ganz. Dies ist schon allein angesichts der Tatsache einleuchtend, dass die Gold-Silber-Ratio von 1 zu 10 bis 1 zu 15 in der antiken Welt bis auf 1 zu 100 verfiel. D.h. Silber verlor im Vergleich zu Gold (gehen wir mal vom für die europäische Antike wichtigeren Wert von 1:14 aus) praktisch bis zu 6/7 (85%) seines Wertes.

Hätte man also für unser Anzugbeispiel in der Antike rund 14 Unzen Silber benötigt, wäre man im Jahr 2000 für den Wunsch, um 14 Unzen Silber (rund 70 Dollar) einen Anzug samt Gürtel und Schuhe zu bekommen, wohl für verrückt erklärt worden. Inzwischen sieht die Sache etwas besser aus, aber auch mit 450 Dollar oder 320 Euro befindet man sich im unteren Bereich für Anzug, Schuhe und Gürtel. Der Verfall des Silberpreises in Relation zu Gold setzte bereits 1880 ein und begründet sich mit dem Übergang auf den Goldstandard anstelle des früheren Gold/Silber-Dualismus im Geldwesen. In der Folge litt der Silberpreis bis zur Jahrtausendwende an den ungeheuren Silbermengen, die durch das Einschmelzen nicht mehr benötigter Silberreserven- und Münzen frei wurden.

Beim Silberpreis ist auch König Salomon eine beliebte historische Figur. Der weise und streitbare König (um 1000 v. Chr.) zahlte für Pferde, die damals unter den Israeliten noch wenig gebräuchlich waren, 150 Silberschekel (http://www.bibelwissenschaft.de/). Wieviel ein Schekel zur Zeit Salomos war, ist leider nicht ganz sicher. Manche Experten gehen von 11,4 Gramm aus, was rund einer Drittel Feinunze entspricht. Demzufolge hätte ein Pferd 50 Unzen gekostet, das wäre selbst beim heutigen Silberpreis von 30 Dollar mit 1500 Dollar recht billig. Das heißt aber, Silber hat massiv an Wert verloren. Wäre Silber wieder bei einer Gold-Silber-Ratio von 14, also bei knapp 120 Dollar, dann wäre ein Pferd immerhin 6000 Dollar wert.

Wenig hilft uns auch der Streitwagenkauf Salomons weiter. Angeblich zahlte Salomon für Luxusstreitwägen je nach Quelle 600 Lot Silber, was 10 kg sein sollen (http://www.spiegel.de/), nach anderen Quellen zahlte er aber 20 kg (http://www.deraktionaer.de/). Beim aktuellen Silberpreis wären dies rund 10.000 oder 20.000 Euro, bei einer Gold-Silber-Ratio von 14 sogar 40.000 bzw. 80.000 Euro. Nur, was soll einem Streitwagen entsprechen? Ein Kleinpanzer oder ein PKW? Immerhin, einen PKW der Einsteigerklasse könnte man sich mit Müh und Not noch leisten beim aktuellen Silberkurs, vor 10 Jahren hätte es allerdings gerade für ein wenig spektakuläres Rennrad oder Mountainbike gereicht!

„Nichts Genaues weiß man also leider nicht“, da sich auch die Umrechnungen der Gewichtseinheiten in der alttestamentarischen Zeit mehrfach änderten, aber eines ist zumindest gewiss: Der bessere Wertspeicher ist Gold, zumindest seit dem 19. Jahrhundert. Was andererseits auch eine gewisse Aufholphantasie bei Silber birgt!

(Quelle: www.foonds.com)

Eine wichtige Anmerkung und Ergänzung zu diesem Textabschnitt.

Zu Zeiten der Ägypter war das Gold Silber-Ratio (GSR) 0.5/1, das hiesse heute 2 Unzen Silber für eine 1 Unze Gold!!Die Ägypter haben dem Silber grundsätzlich einen höheren Wert beigmessen als für Gold. Die echten Gründe liegen wohl eher darin verborgen, dass mit den damaligen Methoden Silber nur viel mühsamer gewonnen werden konnte. Während den letzten 4’000 Jahre wurde kontinuierlich immer mehr Silber aus der Erdkruste geholt als Gold. Insgesamt wurden bis heute etwa 5.5 Milliarden Unzen Gold und rund 50 Milliarden Unzen Silber gefördert. Silber kommt in der Erdkruste rund 10 – 12 Mal häufiger vor als das gelbe Metall. Diese Tatsache dürfte mit Abstand der wichtigste Grund dafür sein, dass Silber die letzten 500 Jahre gegenüber Gold kontinuerlich an Wert oder Kaufkraft einbüsste. Und obwohl Silber DAS Zahlungsmittel Nummer 1 war, steckt wohl diese Erfahrung oder Erkenntnis tief in unseren Genen oder unserem Unterbewusstsein, dass Silber in vielen Phasen Kaufkraft gegenüber Gold einbüsste. Seit dem frühen Mittelalter wurde der „Markt“ mit physisch Silber im Vergleich zu Gold geflutet. So war es nur eine Frage der Zeit, bis das weisse Metall im Vergleich zum gelben edlen Metall an Kaufkraft einbüsste….ABER, damit ist eigentlich schon lange Schluss!

Zur aktuellen Angebots- und Nachfrage-Situation beim Silber folgender Video:

So, das war der erste Teil, der zweite folgt sogleich!

Oliver Disler

alias silberguru.ch

VIDEO: Goldschmied Fabian (6-teilig)

Eine gut aufgearbeitete und vereinfachte Erklärung der Entwicklung des Finanzsystems!

Herzliche Grüsse
Der Silberguru