Klares Nein der nationalrätlichen Wirtschaftskommission

Quelle: www.nzz.ch

hus. · In Krisenzeiten rückt das Gold als mutmasslich sicherer Hafen in den Vordergrund. Nicht umsonst es hat sich seit Ende 2008 selbst gegenüber dem harten Franken noch um etwa 60% aufgewertet. Da mag die vom Verein Goldfranken stammende Idee einer auf Gold basierenden Schweizer Münze den Zeitgeist nicht schlecht treffen. Die Idee mündete in eine parlamentarische Initiative, die der SVP-Nationalrat Ulrich Schlüer eingereicht hatte und die von seinem Parteikollegen Lukas Reimann übernommen wurde. Die Initiative spricht im Gegensatz zum Verein Goldfranken nicht direkt von einer Parallelwährung zum traditionellen Franken als Zahlungsmittel. In erster Linie soll gemäss dem Vorstoss der Bund eine Art zusätzliches Goldvreneli als Anlagevehikel für Kleinsparer schaffen und dabei Privatinstitute zur Herausgabe solcher Münzen konzessionieren.

Ein solcher Goldfranken soll laut den Initianten als sicherer Hafen für Sparer dienen und auch den Aufwertungsdruck auf den Franken verringern. Unterstützung erhielt die Idee unter anderem vom emeritierten Basler Wirtschaftsprofessor Peter Bernholz (NZZ vom 16. 5. 12). In der Wirtschaftskommission des Nationalrates konnten sich aber nur die Vertreter der SVP für den Vorschlag erwärmen. Die Initiative fiel mit 7 gegen 17 Stimmen klar durch, wie die Kommission am Mittwoch mitteilte. Laut Kommissionsmehrheit haben Kleinsparer schon genug Möglichkeiten, Gold zu kaufen. Zudem sei zweifelhaft, ob Gold zu den sichersten Anlagen gehöre.

Den Sparern fehlt es in der Tat nicht an Anlagemöglichkeiten im Gold. Zu nennen sind die bekannten Goldvreneli (die seit 1949 nicht mehr geprägt werden, aber im Handel leicht erhältlich sind), hinzu kommen diverse ausländische Goldmünzen sowie auch der direkte Goldkauf. Beim direkten Kauf von Goldbarren oder Zertifikaten sind auch Mengen weit unter 1 Kilogramm möglich. Eher als Illusion erscheint derweil die Hoffnung, dass die Existenz einer neuen Art Goldvreneli Aufwertungsdruck vom Franken wegnähme. Die grossen Vermögen, etwa von institutionellen Anlegern, dürften kaum in signifikantem Ausmass in Goldmünzen fliessen. Die Initiative selbst propagiert den Goldfranken in erster Linie als Anlagevehikel für Kleinsparer. Deren Vermögensflüsse können die Wechselkurse nicht massgebend beeinflussen.

So müsste ein solcher Goldfranken zwar nicht unbedingt schaden, ein wesentlicher Nutzen liegt aber nicht auf der Hand. Als paralleles Zahlungsmittel im privaten Geschäftsverkehr würde sich der Goldfranken derweil wohl nur schwer etablieren, solange der traditionelle Franken das einzige gesetzliche Zahlungsmittel bleibt und das Vertrauen der Bevölkerung in die Währung nicht fundamental untergraben wird. In Goldfranken angeschriebene Preise würden sich zudem täglich je nach Entwicklung des Goldkurses verändern.

Mit dem Nein der nationalrätlichen Wirtschaftskommission ist das Thema noch nicht vom Tisch. Der Nationalrat wird voraussichtlich in der Herbstsession sein Verdikt abgeben. Folgt der Rat seiner Kommission, ist das Geschäft erledigt. Der Verein Goldfranken hat allerdings schon angekündigt, nach einem Nein im Parlament eine Volksinitiative zu lancieren.