Wolfram in Goldbarren: Kommentar und praktische Tipps

Seit einigen Tagen geht die „Geschichte“ von einem Goldbarren durch’s Internet, welcher im Kern mit Wolfram gefüllt ist. Die wichtigsten Berichte sind auf diesem Blog unter Wolfram zum 1., zum 2. und Wolfram zum 3. aufgeführt.

Dass gefälschte Goldbarren im Umlauf sind, ist eigentlich nicht wirklich neu. Meistens kommen diese jedoch aus der angelsächsischen Welt, sprich England und den USA aber auch Russland. Das wirklich brisante bei der aktuellen „Story“ ist, dass auf dem gefälschten Barren „METALOR“ aufgeprägt ist.
Die Metalor Technologies International SA mit Sitz in Neuchâtel ist ein international tätiger Schweizer Edelmetallverarbeiter. Die aus vier Divisionen bestehende Unternehmensgruppe raffiniert Gold und andere Edelmetalle und verarbeitet diese zu Goldbarren. Die Metalor-Gruppe verfügt über Niederlassungen in 15 Ländern und erwirtschaftete 2008 mit 1’380 Mitarbeitern einen Umsatz von 331,1 Millionen Schweizer Franken.

Metalor gehört neben der Argor Heräus zu einer der renommiertesten Edelmetall-Schmelzen der Welt und kann sich „SO ETWAS“ schlicht nicht leisten. Es darf also ziemlich sicher davon ausgegangen werden, dass die Prägung auf diesem Goldbarren ebenfalls eine Fälschung ist und kann ziemlich einfach mit der Seriennummer überprüft werden. Das ist wohl auch der Grund, warum das Unternehmen noch keine Stellung dazu genommen hat.

KOMMENTAR

Es dürfte aber kein sehr grosser Zufall sein, dass diese Geschichte gerade jetzt und eben aus dem angelsächsischen Raum kommt oder wohl noch besser inszeniert wurde. Dank den letzten Äusserungen vom Helikopter-Ben-Bernanke kommt wohl bald das „Quantitive Easing“ 3.0, was gerade die Aktienkurse auf sinnlose hohe Niveaus treibt. Der EURO scheint zumindest bis Ostern schon einmal gerettet und die Welt an den Finanzmärkten scheint in Ordnung…….wohl aber nur solange, bis Portugal die hohle Hand aufhält und die Israelis den Iran angreifen.
Bis das soweit ist, wird man den Bürgern auf der Strasse mit allen möglichen Tricks aufzeigen wie unattraktiv eine Anlage in Gold oder Silber ist. Die Preisdrückungs-Versuche verpuffen immer schneller, also muss eine INSZENIERTE Geschichte her, die potentielle Investoren vor Goldkäufen abschreckt!

EIN PAAR TIPPS FÜR ANGSTHASEN

Wer jetzt immer noch glaubt, dass jeder zweite Goldbarren mit Wolfram gefüllt ist, gibt es für Goldkäufer ein paar ziemlich einfache „Tipps“:

1. Kaufen sie 50 Gramm Barren. Bei vielen Anbieter ist der Preisaufschlag gegenüber dem 1-KG oder 12.5-Standard marginal. Wolfram kann man nur sehr sehr schwer in einen 50 Gramm dünnen Barren einarbeiten. Abgesehen wäre der Aufwand für die Wolfram-Betrüger viel zu gross.

2. Münzen. Zwar muss man bei 1-Unzen-Münzen je nach Anbieter und Prägung einen Preisaufschlag von 3-6% gegenüber dem Kilogramm in Kauf nehmen, aber in einer klassischen Anlagemünze steckt sicher 999,9 feines und edles Gold.

3. Trotzdem 1-KG-Goldbarren: Auch da gibt es eine einfache Methode. Gerade kleinere Anbieter von Goldbarren bestellen fortzu brandneue Barren direkt bei der Schmelze.

4. Bereits gekauft? Für Goldinvestoren welche bereits 1-KG-Goldbarren oder gar Standardbarren gekauft haben und nun verunsichert sind, können diese in kleinere Stückungen umtauschen.

Als silberguru ist es natürlich schon fast Pflicht darauf hinzuweisen, dass es in Silberbarren definitiv kein Wolfram hat. Das spezifische Gewicht von Silber entspricht knapp der Hälfte von Gold. Und auch bei Silber würde sich dieses doch sehr aufwändige Verfahren bei dem viel zu tiefen Preis des weissen Metalls gar nicht lohnen. Der Kauf von physisch Silber ist also ebenfalls eine gute Alternative zum gelben Metall.

silberguru.ch